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Letzte Änderung:
14.12.2017
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Die Dauerausstellung im Bayerischen Schulmuseum wird erneuert

Schulmuseum Aussenansicht

Auf Initiative von Prof. Dr. Hans Maier, dem damaligen Bayerischen Staatsminister für Unterricht und Kultus und dem damaligen Bürgermeister Walfred Kuhn wurde im Jahr 1984 das Bayerische Schulmuseum Ichenhausen eröffnet. Unter der Trägerschaft der Stadt und mit großzügiger Förderung des Freistaates Bayern war das Untere Schloss dazu von 1982 bis 1984 saniert worden. Das Bayerische Nationalmuseum München wurde von Prof. Dr. Hans Maier mit der Einrichtung des Bayerischen Schulmuseums als Zweigmuseum beauftragt. In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Nationalmuseum wurde das Museumskonzept von Prof. Dr. Max Liedtke von der Universität Erlangen-Nürnberg erarbeitet. Für die Stadt Ichenhausen bedeutete diese Entscheidung des Ministers eine wertvolle kulturelle Bereicherung. Die Dauerausstellung, die die Geschichte des Lehrens und Lernens von der Steinzeit bis in die 1980er Jahre veranschaulicht, wird nun nach 33 Jahren von einer neuen Dauerausstellung abgelöst werden. Das Bayerische Nationalmuseum München, unter der Leitung von Generaldirektorin Dr. Renate Eikelmann, beauftragte das museumspädagogische Zentrum München unter Federführung von Dr. Josef Kirmeier mit der Neukonzeption der Dauerausstellung. Die Neueröffnung ist für Sommer 2018 geplant. Umfangreiche Um- und Aufbauarbeiten, wie die Raumbeleuchtung, Erneuerung des Treppenhauses, Streichen der Wände, sowie das Abschleifen der Parkettböden, werden viel Zeit erfordern, weswegen die bisherige Dauerausstellung nur noch bis 07. Januar 2018 geöffnet sein wird.

Für die Umgestaltung der Dauerausstellung sind rund 470.000 Euro veranschlagt, wovon das Bayer. Kultusministerium – nicht zuletzt wegen des Einsatzes des Landtagsabgeordneten Alfred Sauter – die Kosten zu 100 % übernimmt. Auch für die Um- und Aufbauarbeiten in Höhe von ca. 80.000 EUR hat der Freistaat Bayern eine Kostenübernahme von 50.000 EUR zugesagt.

 

Letzte öffentliche Führung

Wer die Dauerausstellung noch einmal besuchen möchte, kann dies zu den üblichen Öffnungszeiten (Di – So von 10 – 17 Uhr) bis zum 07.01.18 tun. An den Feiertagen 24., 25., 31.12. und 1.1. ist das Museum geschlossen. Zu einer letzten öffentlichen Führung lädt Herr Otto Imminger, örtlicher Koordinator des Bayer. Schulmuseums, am Sonntag, 10. Dezember um 14 Uhr.

 

„Mein Lieblingsobjekt“

Das Team, das momentan Führungen durch die Dauerausstellung anbietet, stellt im Folgenden seine Lieblingsobjekte vor (fotografiert von Foto Wanke).

Fotos: Andreas Wanke, Foto-Wanke Ichenhausen

 

imminger 

Otto Imminger,

Rektor Mittelschule und örtlicher Koordinator des Museums:

 

Ein Blickfang ist der Lehrer aus der Kaiserzeit um 1900, der Furcht einflößend dasteht. Als Vertreter des Kaisers oder Königs im Klassenzimmer sollte er damals den Schülern im lehrerzentrierten Unterricht vor allem Zucht und Ordnung beibringen. Bei Führungen von Klassen stelle ich den begleitenden Lehrer dazu. Die Schüler erkennen beim Vergleich sehr schnell die Unterschiede zu früher. Bei der Frage, welchen Lehrer sie vorziehen würden, zeigen immer alle Schüler lachend auf den heutigen Lehrer. Als Begründung nennen sie meist den freundlichen Umgang der Lehrer mit den Schülern und den schülerorientierten Unterricht.

 

Kaifer 

Robert Kaifer,

Rektor Grundschule Ichenhausen

 

Thot in Gestalt eines Pavians vor dem Schreiber Nebmertouf, Ägypten um 1400

Diese kleine Schieferplastik, deren Original im Louvre in Paris zu finden ist, verdeutlicht mir und den Besuchern, wie bedeutend „Schrift und Lesen“ für die Menschen ist.

Die Schrift war bei den Ägyptern von so großer Bedeutung, dass es etwas von Gott Gegebenes sein musste. Nur wenige privilegierte Menschen waren in der Lage zu schreiben und zu lesen. Und welche Möglichkeiten bot die Schrift den Menschen? Man konnte wichtige Dinge für andere und für die Zukunft „festhalten“. Kulturell gesehen – eine Revolution, aber eben zunächst nur für einen elitären, kleinen Kreis.

Vor allem Schülergruppen stehen schmunzelnd und auch staunend vor dieser kleinen Plastik. Die Schüler sehen zunächst einen Pavian, der einem Schreiber etwas diktiert und erkennen dann – nach einer eingehenden Erklärung – die Bedeutung der Schrift für die Ägypter und schließlich für die gesamte Menschheit.

 

Hildensperger 

Iris Hildensperger,

Führungskraft:

 

Die Geschichte des Lehrens und des Lernens beginnt mit einem unscheinbaren Stein. Vor ca. 100.000 Jahren lernen Unerfahrene in der steinzeitlichen Schule der „Älteren“ wie man Werkzeuge herstellt. Antrieb war und ist der Ansporn der Verbesserung, die physiologische Prise Dopamin, die wir bei jedem „A-ha“-Effekt von unserem Gehirn als Belohnung bekommen. Das verbindet den Faustkeil - ein Stück Stein, mit einem hochmodernen Mikrochip und wird die Menschheit

 

Haug 

Johanna Haug

Museumspädagogin:

 

Mein Lieblingsobjekt in der Ausstellung ist der „Modus legendi“, eine über 500 Jahre alte Hilfe zum Lesen lernen: bei dieser frühen Anlauttabelle von Kristofforus Hueber wird der Anlaut, also der erste Buchstabe eines Wortes, mit einem Bild verbunden. Während die Erstklässler in der heutigen Zeit beispielsweise zum Buchstaben B die Abbildung eines Baumes finden, wählte Hueber im Jahr 1477 eine durchstochene Hand für den Buchstaben B, also „B wie Blut.“ Ein erhängter Mann stand für „H“ wie „Hängen“. Ein eindrückliches Beispiel, wie – in allen Zeiten - die jeweiligen Lebensumstände die Lehrmittel beeinflussen.

 

Madel-böhringer 

Dr. Claudia Madel-Böhringer

Stadtarchivarin:

 

Lesenlernen und Lehrerpult – 2 Objekte, mit denen wohl jeder Besucher Erinnerungen an die eigene Schulzeit verbindet.

Das erste Lesebuch: Für Generationen von Schülern war es die Brückl Fibel, die in bunten Bildern und klaren Formen in kindgerechter Anschauung Buchstaben und Wörter nahebrachte. Die Seite mit dem Buchstaben „H“ hat es mir besonders angetan, denn ich sehe unsere ehemalige Lehrerin Frau Dirr noch vor der Klasse stehen und erklären, dass das „H“ an eine Turnstange erinnere, und wenn man daran geturnt hat, müsse man schwer schnaufen: Hh, Hh, Hh…..

Es konnte zum Schrecken jedes Schülers werden, wenn man davor gerufen wurde:

das Lehrerpult oder der Katheder, von dem aus der Lehrer über der Klasse thronte.

Der Katheder im Schulmuseum beleuchtet aber auch die andere Seite, die des Lehrers: Manch verzweifelter Dorfschullehrer hat hier ins Holz Notizen eingeritzt, die vom Los des „armen Dorfschulmeisterlein“ zeugen.

 

 

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