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Letzte Änderung:
16.01.2018
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Jüdischer Friedhof

Jüdischer Friedhof

In den Jahren nach der ersten Aufnahme von Juden in Ichenhausen nach 1536 wurden die Toten der entstehenden jüdischen Gemeinde in dem bis zum 17. Jahrhundert zentralen jüdischen Friedhof in Burgau (Schwaben) beigesetzt (von diesem Friedhof ist nur noch die Lage bekannt).

 

Alsbald bemühten sich die Juden in Ichenhausen bei der Grundherrschaft um Anlage eines eigenen Begräbnisplatzes. Vermutlich in der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde ihnen ein solcher von der Habsburgischen Herrschaft genehmigt, allerdings gegen den Willen des Burgauer Landamtmannes, dem nun die Begräbnisgebühren für die Ichenhauser Juden entgingen.

 

Der seit seiner Anlage mehrfach erweiterte jüdische Friedhof besteht aus vier Teilen:

 

  1. Links des Haupteinganges liegt die erst 1934 (!) vom "Jüdischen Jugendverein Ichenhausen" erbaute Friedhofshalle ("Predigerhalle") mit dem westlichen Anbau des Taharahauses.
  2. Östlich davon schließt sich der neue Friedhofsteil an, auf dem Beisetzungen vom Ende des 19. Jahrhunderts bis nach 1945 vorgenommen wurden. Die letzte Beerdigung eines Juden aus Ichenhausen fand 1942 statt. Im März 1945 wurden 18 ungarische Juden des Zwangsarbeitslagers Burgau und 1946 drei jüdische Verstorbene eines nahe gelegenen Lagers für "Displaced Persons" im Friedhof beigesetzt.
  3. Daran schließt sich der älteste Friedhofsteil an, auf dem die meisten Grabsteine nicht mehr erhalten sind. Die noch lesbaren Steine tragen Daten aus dem 18. Jahrhundert. Auf diesem Teil wachsen mehrere jahrhundertealten Eichen. Auch ist eine "Gruppe" von Rabbinergräbern vorhanden.
  4. Östlich des ältesten Teil liegt der alte Teil, auf dem Beisetzungen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts vorgenommen wurden.

 

Ein Teil des Friedhofes ist von einer Mauer umgeben (20 bis 25 m lang), um den größeren Teil verläuft ein Drahtzaun. Insgesamt sind etwa 800 Grabsteine erhalten, wobei die Gesamtzahl der hier beigesetzten Personen auf 7.000 bis 8.000 geschätzt wurde. Insgesamt beträgt die Fläche 102,59 a bei einer Länge des Friedhofareals von ca. 235 m und einer Breite von ca. 45 m.

 

In der NS-Zeit wurde der Friedhof vor allem im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom 1938 teilweise zerstört. Dabei wurden hunderte von Grabsteinen umgeworfen. Viele sind bei den Zerstörungsaktionen zerbrochen.

 

Öffnungszeiten

Jeden 4. Sonntag im Monat 14:00 - 15.00 Uhr sowie nach Vereinbarung.

 

Nähere Informationen: Rathaus Ichenhausen Tel: 08223 / 4005-52 während der Geschäftszeiten.

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