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20 Jahre Städtepartnerschaft gefeiert!

20 Jahre Change 1

Vier Tage, vom 14. bis 17. Mai 2015 stand Ichenhausen ganz im Zeichen der Feierlichkeiten zum 20jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Changé/St. Germain le Fouilloux.

Über 100 Franzosen machten sich in zwei Bussen auf den über 1000 km langen Weg nach Ichenhausen, wo sie von ihren deutschen Gastfamilien herzlich empfangen wurden. 8 Männer und eine Frau haben die Strecke sogar mit dem Fahrrad zurückgelegt und vier Mitglieder des Partnerschaftsvereines unter der Leitung von Eberhard Paintner holten die Gruppe an der deutsch-französischen Grenze ab. Gemeinsam legten sie dann die letzten 300 km zurück und am Donnerstag nachmittag wurden die Radfahrer von über 200 Bürgerinnen und Bürgern aus Changé und Ichenhausen mit Salutschüssen der Böllerschützen des Schützenvereins „Fortuna“ Hochwang beim Stadtbad herzlich empfangen.

 

Über 300 Besucher trafen sich dann um 18 Uhr im Schlosspark beim Bayer. Schulmuseum, wo die Stadt Ichenhausen und der Partnerschaftsverein zum Bürgerfest eingeladen hatten.

1. Bürgermeister Robert Strobel und Beate Böhme, die Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Changé/St. Germain le Fouilloux, begrüßten die Besucher. Von einer wunderbaren und lebendigen Partnerschaft sprach Robert Strobel in seinen Begrüßungsworten. Zur Überraschung der deutschen Besucher hatten die französischen Gästen ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm mitgebracht und bewirteten mit Spezialitäten ihrer Heimat, u.a. mit frischen Austern.

Beate Böhme führte durch das Programm.

Eine Gruppe französischer Frauen tanzte Cancan, sang französische Chansons und ließ es sich auch nicht nehmen, als Hommage an die Gastgeber in deutscher Sprache „Alle Vögel sind schon da“ vorzutragen.

 

Höhepunkt des Bürgerfestes war die Enthüllung einer von den Ichenhausener Steinmetzen Ferdinand Walter und Robert Wiedenmann angefertigten Stele aus Jurastein, die von Ichenhausener Firmen gesponsert wurde und an die 20 Jahre Partnerschaft erinnern soll, wie Beate Böhme betonte. Das kleine Denkmal zeigt markante Gebäude der beteiligten Kommunen: die Rathäuser von Ichenhausen und Changé sowie die Kirche von St. Germain le Fouilloux.

 

Die beiden Gründungsväter, Landrat Hubert Hafner, damals Bürgermeister von Ichenhausen und Bernard Pichot, damals Bürgermeister von Changé, brachten in ihren Grußworten die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Jugend beider Kommunen diese Partnerschaft in die Zukunft tragen werden und wünschten ihr noch viele schöne Jahre.

Anschließend ging es zum Bayerischen Abend ins nahegelegene Zelt, wo zur Musik der Spielgemeinschaft Ichenhausen/Ellzee bis spät in die Nacht gefeiert wurde. Eine besondere Überraschung hatte sich die Vorstandschaft des Partnerschaftsvereines ausgedacht. Unter der Leitung von Horst Schade wurden bekannte Songs einstudiert, zu denen er passende Texte über beide Partnerkommunen geschrieben hatte. Die Überraschung war gelungen und die begeisterten Besucher forderten mehrere Zugaben.

Für Freitag und Samstagvormittag wurde vom Partnerschaftsverein für die französischen Gäste ein Ausflug nach Augsburg und an den Ammersee sowie eine Führung im Ulmer Münster organisiert.

Um 17.30 Uhr traf man sich dann am Samstagnachmittag wieder in der Pfarrkirche von Ichenhausen, wo Pater Jonas, begleitet vom Gospelchor Ichenhausen mit den Gästen einen Dankgottesdienst feierte.

Der offizielle Festakt fand dann wieder im Schloßgarten statt. Robert Strobel, Denis Mouchel und Marcel Blanchet, die Bürgermeister von Ichenhausen, Changé und dem vor fünf Jahren der Partnerschaft beigetretenen St. Germain le Fouilloux ,zeigten in ihren Reden ihre persönliche Sicht auf Geschichte, Perspektive und Zweck der Verbindung auf. Strobel sieht vor allem die Ähnlichkeiten, die zwischen den Menschen in den drei Orten auszumachen sind. Aus ihnen erwachse Verständnis, Vertrauen und schließlich Freundschaft. Dies sei umso bemerkenswerter, als die Kontakte sich in der Regel auf Kurzbesuche konzentrierten. 70 Jahre nach Kriegsende bedeuten 70 Jahre Frieden in denen die deutsch-französische Freundschaft eine herausragende Rolle einnehme. Verantwortlich für den Frieden sei aber jeder einzelne Bürger. Mit dem Engagement in der Städtepartnerschaft übernehmen Stadträte, Bürgermeister, Komiteemitglieder und Bürger Verantwortung; ihnen sprach Strobel seinen Dank aus. Changés Bürgermeister Denis Mouchel fügte seiner Freude über die intensiven Kooperationen nicht nur zwischen den organisierten Bürgern, sondern auch zwischen Vereinen, den Musikschulen und den Schulen auch warnende Worte hinzu. Da sei zum einen das Sprachproblem. Obwohl Deutschkenntnisse in Frankreich bei der Arbeitssuche Punkte bringen, gebe es immer weniger junge Leute, die die Sprache erlernen wollen. Schulreformansätze zielen auf eine weitere Reduzierung des Deutschunterrichts. Dabei sei es die Aufgabe der Jugend, ein echtes Europa über die Grenzen hinweg zu gestalten. Aber es ist auch die Aufgabe der Gesellschaft, der Jugend die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen. Schließlich freute sich Thierry Fresnais, Präsident des französischen Komitees, dass die Verbindung Ichenhausen – Changé/St. Germain le Fouilloux nichts an Lebendigkeit verloren habe.

Mit dem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt wurde schließlich die zwanzigjährige Partnerschaft erneut bestätigt.

 

Anna Paola Antonini, Stadträtin und Assessorin für Partnerschaften der Stadt Valeggio überbrachte gemeinsam mit Präsidentin Bruna Bigagnoli und einer kleinen Abordnung die Glückwünsche der italienischen Partnerstadt. Ihr Wunsch ist es, dass auch die beiden Städte Valeggio und Changé partnerschaftlich verbunden werden.

Beate Böhme, Sprecherin des Komitees Ichenhausen-Changé/St. Germain le Fouilloux und Hauptorganisatorin der Festtage, freute sich ganz besonders über die lebhaften und unterschiedlichen Aktivitäten dieser Partnerschaft. Erst vor wenigen Wochen hat sie selber an der erstmals durchgeführten Schülerbegegnung der Hans Maier Realschule Ichenhausen und dem St. Thomas-Gymnasium Wettenhausen mit Schülern in Changé teilgenommen.

Zum Abschluss des Festaktes blieb es Beate Böhme vorbehalten, all denen Dank zu sagen, die zum Gelingen dieses Jubiläums beigetragen haben: Der Stadt Ichenhausen und den Mitarbeitern des Bauhofes sowie allen Firmen, die die Anschaffung der Stele mit Spenden unterstützt haben. Ganz besonders herzlich bedankte sich Böhme bei den Mitgliedern ihres Komitees. Über viele Monate habe sie alle engagiert an der Planung und Vorbereitung mitgearbeitet und der erfolgreiche Verlauf der 4 Festtage sei ihrer aller Verdienst. Ein herzlicher Dank gilt auch der Wirtschaftsvereinigung Ichenhausen (WVI), die das Fest mit fast 4000 Euro (z. B. durch nicht in Rechnung gestellte Mieten für das Festzelt etc.) sowie mit Rat und Tat (u. a. Anleitung beim Zeltaufbau durch den Vorsitzenden, 2. Bürgermeister Franz Zenker ) unterstützt hat.

 

300 bunte Luftballons in den Farben schwarz-rot-gold und blau-weiß-rot, die zum Ende des zweistündigen Festaktes in den Himmel geschickt wurden, gaben der Feier einen heiteren Anstrich.

Beim abschließenden Festabend im Festzelt beim Roßkammhaus wurde dann bis weit nach Mitternacht getanzt und gefeiert, bis sich gegen 3 Uhr die beiden Busse auf den Heimweg nach Changé machten.

Freuen wir uns auf die nächsten 20 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Changé /St. Germain le Fouilloux und Ichenhausen!


 

Festrede von 1. Bürgermeister Robert Strobel

 

Liebe Gäste, meine sehr geehrten Damen und Herren,

 

nach dem Gottesdienst anlässlich des Jubiläums unserer Städtepartnerschaft – vielen Dank Herrn Stadtpfarrer Pater Jonas Schreyer und dem Gospelchor – heißen wir Sie alle nunmehr recht herzlich willkommen zum offiziellen Festakt.

An dieser Stelle darf ich eine Delegation aus unserer italienischen Partnerstadt Valeggio begrüßen, die heute zu unseren Feierlichkeiten dazu gestoßen ist. Es ist schön, dass die Stadt Valeggio, mit der wir bereits mehr als 30 Jahre partnerschaftlich verbunden sind, mitfeiert. Buon giorno!

Meine Damen und Herren, 1994 wurde mit den Unterschriften der damaligen Bürgermeister von Changé und Ichenhausen die offizielle Städtepartnerschaft begründet. Seit dieser Zeit begegnen sich Bürger aus beiden Städten z.B. im Rahmen von Ausflügen, Schülerbegegnungen und Sportlertreffen. 2010 trat die Nachbarkommune von Changé, die Gemeinde St. Germain le Fouilloux dieser Städtepartnerschaft bei.

Auf diese Weise kamen viele Menschen miteinander ins Gespräch, trotz unterschiedlicher Muttersprache. Dabei durften wir erleben, dass wir gar nicht so verschieden sind. Dass wir oftmals dieselben Sorgen und Probleme haben, aber auch über die gleichen Dinge lachen können. So entstanden und wuchsen Verständnis füreinander, Vertrauen ineinander, Freundschaften. Dass dies oft in nur wenigen Tagen dauernden Begegnungen geschieht, also in vergleichsweise kurzer Zeit, macht für mich den ganz besonderen Zauber einer Städtepartnerschaft aus.

Vor wenigen Tagen erst jährte sich das Ende des 2. Weltkrieges zum 70sten Mal. Meine Damen und Herren, wir dürfen froh und dankbar sein, dass unsere beiden Nationen heute in Freundschaft verbunden sind. Die Regierungen beider Länder sind verantwortlich, dass dies hoffentlich auch in Zukunft so bleibt. Aber stopp, halt. Wirklich nur die Regierungen unserer beiden Länder? Nein! Jeder Bürger kann zur Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland beitragen, jeder einzelne Bürger trägt hier Verantwortung.

Sie alle meine Damen und Herren, liebe Gäste, nehmen diese Verantwortung an und werden ihr gerecht. Mit Ihrem Interesse und mit Ihrer Mitarbeit an dieser Städtepartnerschaft.

Insbesondere die Verantwortlichen in den beiden Partnerschaftskomitees sowie die Stadträte und Bürgermeister dieser 20 Jahre waren für den Erfolg dieser Städtepartnerschaft wichtig. Personen wie Bernard Pichot, Hubert Hafner, Marcel Blanchet, Georges Heuveline, Hans Klement, Kurt Hank, Olivier Richefou, Gerda Haugg, Denis Mouchel, Mauricette Semin, Alain Houchouas, Thierry Fresnais und haben sich großes Lob verdient.

Vielen, vielen Dank sage ich im Namen der Stadt Ichenhausen, des Stadtrates, und auch ganz persönlich für das persönliche Engagement, die wertvolle und viele Arbeit, die Sie alle seit 20 Jahren für diese Partnerschaft erbringen.

Für die perfekte Organisation dieser Festtage hier in Ichenhausen danke ganz besonders! Dir, liebe Beate Böhme, und Deinem ganzen Team!

Liebe Bürgerinnen und Bürger aus Frankreich und Deutschland, freuen wir uns auf die nächsten 20 Jahre Partnerschaft zwischen unseren Städten Changé mit St. Germain le Fouilloux und Ichenhausen!

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